Fürchterliche Schmerzen und Stunden

Donnerstag, vor allem Donnerstag Nacht hatte Aramis so fürchterliche Schmerzen, dass er schlußendlich nur noch stehen konnte – als er dann am Abend nur noch in Zeitlupe das Futter zu sich nahm, war für mich der Auslöser geben, noch in der Nacht schnellstens zu unserem Tierarzt in den Notdienst zu fahren.

Ein Röntgenbild ergab, dass im Bauchraum wohl irgendetwas nicht in Ordnung sei und unser TA riet uns, schnellstmöglich eine Spezialklinik aufzusuchen, die die Möglichkeit einer CT-Untersuchung bietet, um genaue Aufnahmen zur Diagnose zu erstellen. Unser TA regelte alles für uns und meldete uns gleich für den Freitag früh morgens bei der Tierklinik Kasa an. Zur Erstellung genauer Aufnahmen mußte Aramis sediert werden – ein schrecklicher Zustand für jeden Hundebesitzer – und danach ging das Warten los.

Man suchte nach der Ursache seines Würgereizes, der Atemnot und der verkrümmten Krampfhaltung mit eingezogener Rute, die durch große Schmerzen verursacht wurde. Ebenso sollte sein plötzlicher Gewichtsverlust erklärt werden.

Die wirklich gute Nachricht, die des Bewegungsapparates: So eine perfekte Wirbelsäule sähe man anscheinend nicht mal bei den meisten Junghunden. Ebenso die Hüfte, keinerlei Anzeichen einer Hüftdysplasie (davor hatte ich Respekt, denn Aramis stand während der Schmerzes oft wie ein DSH, einfach nach hinten schräg unten und verkrampft).

Die schlechte Nachricht, die Organische: Bronchien und Blutgefäße angegriffen, Mandeln geschwollen. Für den Dünndarmbereich deuteten die Bilder nichts Gutes. Dieser war von der Lage, der Art der Drehung und des Umfanges nicht, wie er sein sollte.

Für Ersteres könnten Herz-/Lungenwürmer verantwortlich sein. Das Letztere könnten Verwachsungen aufgrund der vorangegangenen Magendrehungs-OP sein, ein verschluckter Fremdkörper (allerdings keinerlei Blut im Stuhl oder D’fall) – oder eben im schlimmsten Fall ein onkologischer Befund…………

………… sicherlich könnte dies eine Erklärung für den hohen Gewichtsverlust innerhalb von wenigen Wochen sein. Normalgewicht knapp 40 Kilo, bei gutem Training 38 Kilo – nun gerade mal 35,3 Kilo – fünf Wirbel sichtbar, die Rippen leicht, die Hüftknochen gut fühlbar – und dies, obwohl Aramis die letzte Zeit mehr als viel Futter fraß.

Eine OP würde Gewissheit schaffen oder erlösen – wir haben uns jedoch vorerst gegen eine Operation entschieden, haben ihn wieder aufwecken lassen und ihn gestern Mittag mit nachhause genommen. Beide Hunde wurden gegen die Parasiten geimpft (nicht ansteckend, aber Evita hat eventuell ebenso Kot des Überträges gefressen). Aramis hat Medis gegen seine Schmerzen mitbekommen und wurde mit Antibiotikum versorgt. In spätestens 10 Tagen gehen wir wieder zur Kontrolle in die Klinik – bei akuten Schmerzen, sofort.

Ich habe ein ungutes Gefühl – wenn ich in Aramis‘ Augen schaue, dann sagen sie mir, dass er ernsthaft krank ist. Will es nicht wahrhaben, aber Aramis‘ Blick ist seit einiger Zeit verändert…………

Ich wollte nochmals abwarten………… Ich wollte ihm nochmals ein paar Stunden Zeit schenken vor dem „Aufmachen und reinschauen„.

Wir haben heute einen sehr schönen Tag zusammen erlebt. Aramis ist mit Evita und mir heute gute zweieinhalb Stunden am Stück an der frischen Luft gewesen. Habe ihn sein Tempo gehen lassen. Er durfte fast die ganze Zeit frei laufen; so richtig rennen wollte er nicht, dafür konnte er seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Mäusebuddeln, nach Herzenslust frönen! Ich hatte den Eindruck, dass er es genoß. Nach dem großen Mittagsspaziergang hat er auch wieder sein Futter geschlungen. Und danach schlummerte er gemütlich auf der Terasse – fast wie immer!

Fast – denn heute Abend gingen wieder Schmerzen los. Dann krümmt sich mein Ritter, die Rute ist zwischen den Beinen eingezogen. Stellt das gesamte Fell von hinten her. Ringt nach Luft, würgt, atmet schwer.

Und er erträgt diese Schmerzen lautlos – doch dann kommt er zu mir und stupst mich, damit ich ihn streichle. Habe ihm wieder Medis gegeben. Er soll nicht leiden. Wir werden sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Vielleicht müssen wir ganz schnell wieder in die Klinik fahren???

Ich weiß es nicht –

bin immer noch voller Hoffnung!

Er ist doch ein Ritter! Mein Ritter!

Aramis gib nicht auf!

10 Responses to Fürchterliche Schmerzen und Stunden

  1. Birgit sagt:

    Ach Du meine Güte Bettina!
    Mir kommen die Tränen! Alles alles Gute und Liebe für Aramis und Euch, wir denken an Euch.
    Birgit, Thom & die Lausa

    ________________
    Liebe Gitte,
    ich danke Euch und ich weiß, dass Ihr in Gedanken bei uns seid! Bettina

  2. Hallo Bettina,

    ich habe die Geschichte von Aramis gelesen und mir sind die Tränen gekommen….
    Ich wünsche Euch ganz viel Kraft für die richtige Entscheidung

    Lieber Gruß
    Sindy

    _________________
    Hallo Sindy,
    ja, Du sagst es – „die RICHTIGE“ Entscheidung – ich hoffe, dass ich zum richtigen Zeitpunkt korrekt und mit Verstand handeln werde. Nicht einfach bei diesen Emotionen.
    Hab‘ vielen Dank für Deine Worte, Bettina

  3. Petra sagt:

    Liebe Bettina,

    obwohl ich Euch beide persönlich nicht kenne, kamen mir jetzt auch die Tränen.

    Man fühlt sich so hilflos, weil man einfach nur helfen möchte, das die Schmerzen ganz schnell wieder weggehen und man wünscht sich unsere Tiere könnten wenigstens nur in diesem Moment reden und uns mitteilen was los ist.

    Ich wünsche Deinem wunderschönen Ritter viel Kraft und Energie durch die schwerze Zeit durchzukommen und bin in Gedanken bei Euch beiden.

    Alles Liebe
    Petra

    ____________
    Liebe Petra,
    vielen Dank für Deine lieben Zeilen, die mich sehr gerührt haben – eben auch deswegen, weil wir uns nicht persönlich kennen und Du mir in dieser Weise Mut machst!
    Danke Dir, Bettina

  4. Marlise Ritter sagt:

    Oh, arme Bettina, ich fühle mit Dir und wünsche Dir und vor allem Aramis, dass Du für ihn die richtige Entscheidung findest. Das letzte Bild mit eingezogenem Schwanz erinnert mich an Heras letzte Stunden (er trägt sogar das gleiche Halsband wie Hera). Frage Aramis doch ganz einfach mal „möchtest du über die Regenbogenbrücke gehen, und sag ihm auch, dass er das darf“. Ich habe das Hera gesagt und sie hat mich angeschaut wie noch nie in ihrem ganzen Leben. Da habe ich gewusst, welcher Weg der richtige ist. Schau, das ist doch kein Leben weder für Menschen noch Tiere, mit so fürchterlichen Schmerzen leben zu müssen. Die Tiere haben uns voraus, dass wir sie erlösen können. Es tönt vielleicht hart, aber das Tier unnötig leiden zu lassen, ist purer Egoismus. Ich umarme Dich und kraule Aramis die Ohren! Machs gut, Bettina!

    ______________
    Liebe Marlise,
    vielen Dank für Deine Zeilen, die ich mehrfach gelesen habe und in welchen viel Schmerzhaftes, aber Wahres steht… Ich werde mit Aramis JEDEN Weg gehen – auch wenn er noch so hart wird. Ich werde mit ihm zusammen kämpfen und ich werde ihn nicht im Stich lassen – aber ich werde ihn auch nicht für mich leiden lassen! Seine Augen sind anders, als sie noch letzte Woche waren…
    Doch im Augenblick geht es ihm ganz gut und auch der heutige (wieder sehr langer) Spaziergang war eine Wonne für! Die Zeit ist mit uns! Ich wünsche mir für Aramis noch viele schmerzfreie Minuten, Stunden & Tage – doch das Schicksal liegt nicht in unserer Hand. Die Hoffnung stirbt zuletzt und die Hoffnung ist da!!!
    Danke Marlise, Deine Umarmung hat mir gut getan, Bettina, die Aramis gerade hinterm Öhrli gekrault hat.

  5. Sandy Egli sagt:

    Hoi Bettina und Aramis
    Wir sind in Gedanken bei Euch, und hoffen Aramis geht es ein klein bisschen besser. Denke, wenn Du Aramis ansiehst, sagt er Dir was zu tun ist.
    Wünschen Aramis nur das Allerbeste.
    Sandy, Stefi samt Anhang

    _____________________
    Lieben Dank Sandy & Stefi,
    für Eure immer so warmen Worte!!!
    Bin sehr froh, dass ich Euch kenne – vielleicht schaffen wir noch ein Treffen? Lieben Gruß Bettina

  6. Anke Sirikow sagt:

    Hallo Bettina,
    also das mit Aramis hört sich ja alles andere als gut an. Jedem, der ein Herz für Tiere hat, muss sein jetziger zustand einfach betroffen und traurig machen. ich kann nur noch beten und hoffen, es geht für euch alles gut aus und du hast deinen „Ritter“ noch ganz lange bei dir. Wenn die Medikamente anschlagen, wird er hoffentlich wieder ganz der alte werden. Und ansonsten bin ich mir sicher, dass Du die richtigen Entscheidung treffen wirst, auch zwecks OP und so weiter. Ich bin auf jeden Fall in Gedanken oft bei Euch und wünsche Euch nur das beste. Ganz liebe Grüße Anke

    _______________
    Liebe Anke,
    Deine Zeilen haben mich sehr gefreut und sie geben mir Auftrieb!
    Wir kämpfen mit dem Ritter und werden ihm in jeder Situation und auf jedem Weg begleiten!
    Danke Dir und grüße Dich auch herzlich, Bettina

  7. Micha sagt:

    Hey Bettina,
    auch wir denken an Euch und wünschen dem Ritter gute Besserung.
    Er ist doch ein zäher Bursche und ein Kämpfer.
    Kopf hoch.

    Ganz liebe Grüße
    Micha, Sandra u Daisy

    ___________________
    Lieber Micha, liebe Sandra!
    Ja hier ist er endlich, Euer Genesungswunsch – Micha, nun kann doch nichts mehr schiefgehen?!!!
    Mit Euch zusammen haben wir auch die Magendrehung geschafft!

    Habe gerade Eure damaligen Wünsche für Aramis‘ Gesundheit gefunden:
    https://dobediary.wordpress.com/2007/10/22/aramis-ist-zuhause/#more-37
    https://dobediary.wordpress.com/2007/10/26/heute-vor-einer-woche/#more-40
    https://dobediary.wordpress.com/2007/10/28/auf-und-ab/#more-42
    https://dobediary.wordpress.com/2007/10/30/gut-geschlafen/#more-43

    Danke,
    ja, wir werden kämpfen!!!
    Liebe Grüße, Bettina und der Ritter

  8. Tanja sagt:

    Hey Betina!

    Ich lese es gerade ud drücke die Daumen für Euch das alles wieder gut wird.

    Ich weiß genau was Du durchmachen mußt im moment… mein Dicker mußte zum Schluß auch so leiden und ich konnte ihm nicht helfen.

    Ich hoffe das Aramis schnell wieder gesund wird…

    Halt mich auf dem laufenden!

    ______________________
    Ganz lieben Dank, Tanja,
    für Deine mitfühlenden Zeilen! Heute hatte Aramis einen ganz guten Tag – ich hoffe,
    es geht weiter aufwärts und die Medis schlagen an.
    Jetzt schau‘ ich mal schnell nach Eurer Nouki…
    Liebe Grüße, Bettina

  9. Herbert sagt:

    Hallo Bettina,

    lange bin ich nicht mehr auf deiner Seite gewesen und muss jetzt lesen das es deinem Aramis schon einige Zeit nicht gut geht.
    Es wäre schön wenn ich bald lesen könnte das sich alles zum Guten gewendet hat.
    Solltest Du irgendwann mal vor der Entscheidung stehen die ich vor 1,5 Jahren treffen mußte, entscheide immer zum Wohle des Patienten.

    Ich wünsche Euch viel viel Glück.

    Liebe Grüße

    Herbert

    ______________
    Hallo Herbert,

    ja, wir haben uns so lange Zeit nicht mehr gelesen.
    Deine Zeilen haben mich sehr nachdenklich gemacht, vor allem vor dem Hintergrund, dass es Aramis seit gestern wieder schlechter geht. Es macht mir große Sorgen und es schnürt mir die Kehle, wenn ich sehe, wie er wieder lautlos Schmerzen erduldet…
    Und nun stehen wir auch noch vor dem Pfingstwochenende! Habe ihm heute Abend wieder Schmerzmittel gegeben. Vielleicht wird es über Nacht wieder besser? Morgen früh werden wir sehen, wie es dem Buben geht.
    Deine Glückwünsche brauchen wir, vielen lieben Dank dafür!
    Darf ich fragen, ob Deine Entscheidung vor anderthalb Jahren Dusty gegolten hat?
    War gerade auf Eurer Website…

    Herzliche Grüße und nochmals MERCI, Bettina,
    die etwas unruhig ist.

    • Herbert sagt:

      Hallo Bettina,

      ich hoffe mit Dir das es wieder besser wird, glaube mir, ich kann das nachvollziehen wie einem zu Mute ist der in solch einer Situation ist.
      Die Entscheidung mußte ich damals bei Dusty treffen.
      Ich bin bis heute noch nicht darüber hin weg es kommen mir immer noch die Tränen wenn ich an Ihn denke.
      Er war für mich und andere ein Ausnahme Dobermann.
      Er war mein Herzblut.
      Liebe Bettina, ich wünsche Euch von ganzem Herzen das sich doch noch alles zum Guten wendet.

      Liebe Grüße
      Herbert

      ______________
      Hallo Herbert,
      danke für Deine lieben Zeilen.
      Es tut mir sehr leid mit Dusty – wußte das gar nicht… Kann mir nur allzugut vorstelle, dass ein solch beeindruckender Dobermann eine riesige Lücke hinterläßt.
      Vielen Dank für Deine guten Wünsche. Es ist augenblicklich ein Auf und ein Ab. Mal geht es Aramis recht gut und er ist fröhlich – dann fällt er wieder total in sich zusammen und wirkt wie ein Häufchen Elend. Immer wenn wir zum TA gehen, reißt er sich abartig zusammen und es ist äußerst schwierig, dann überhaupt die Symptome zu erkennen. Heute Nachmittag werden wir wieder hingehen.
      Besorgte Grüße von Bettina

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