HORROR – der schwarze Freitag

Aramis

Möchte nachfolgend aus meiner Perspektive, so wie ich das ganze Szenario der Magendrehung bei Aramis am Freitag, 19. Oktober 2007 erlebt habe, berichten:

.

Aramis erhielt (wie immer) gegen 18 Uhr sein Futter.
Zuvor darf er sich immer noch rasch im Garten lösen, damit er nach dem Fressen tatsächlich etwas Ruhe hat. Es war an und für sich nichts Außergewöhnliches an diesem Abend. Aramis war, wie so oft, etwas aufgedreht, denn er ist ein sehr „verfressener“ DOBe, der immer wie ein „Wilder“ sein Futter runterschlingt.

Während er fraß, saßen wir bereits zu Tisch und wollten gerade anfangen zu essen.
Mit einem Mal kam Aramis aus der Küche zu uns an den Tisch…
… mein Herz begann laut zu klopfen – nein, hoffentlich nicht wieder?…

Ich ging auf Aramis zu, er machte kehrt.
Ja, Aramis ging WIEDER von der halbleeren Futterschüssel weg!
Jetzt kehrte er zurück und fraß sie leer. Andrew und ich schauten uns an – es wird doch hoffentlich nicht irgendetwas sein?
So, wie bereits zwei Mal im Frühling?


Aramis

Ich hielt den Atem an, als er wieder zu uns kam; wir beobachteten Aramis, was er nun tun würde.
Dieser legte sich nach dem Fressen in den „Down“ – ganz normal. (?)
Wir atmeten auf! Doch wir blieben eisern eine ganze Weile am Tisch sitzen, damit er ja auch liegen bleibt. So verging etwa eine halbe Stunde und ich hatte schon das Gefühl, dass ich mal wieder etwas zu nervös war – doch plötzlich erhob sich Aramis und bewegte sich unruhig.
Nun zeigte er diese eindeutige Körperhaltung, dass offensichtlich etwas nicht in Ordung war. Ein geduckter Hund, der auf- und abging, der den Kopf nach vorne unten beugte, der immer wieder versuchte abzuliegen, dann aber doch aufstand…
…dann wollte er zu Türe, aber schnell!

Ich packte meine Jacke und ging mit ihm in den Garten. Dort ging Aramis eine Zeitlang auf und ab, danach machte er einen großen Haufen auf den Rasen – ich war erleichtert, zum Glück ging das!
Es schien, als ob nun alles okay sei…

Ich war erleichtert und wollte eigentlich schon wieder ins Haus gehen, doch leider ging die Unruhe dann wieder los! Ich weiß nicht, wieviele bange Runden ich in unserem Garten mit Aramis gedreht habe.
Doch plötzlich drehte sich die ganze Situation und ich merkte intuitiv, dass nun ERNST wurde:

Aramis fing an, sich zu winden, zu würgen – doch außer Schleim kam nichts… nun faßte ich an seinen Bauch und stellte mit Entsetzen fest, dass er hinter dem Rippenbogen ganz drall und rund wurde. Die Abstände, erfolglos zu würgen, wurden immer kleiner. In raschen, langen Schritten lief ich zum Haus, um Andrew Bescheid zu geben, Aramis immer im Auge.

Aramis

Andrew reagierte sofort. Wir hatten seit Tagen die Wegbeschreibung ausgedruckt und bereit. Dort waren auch die Telefonnummern. Ich wählte, weil Wochenende war, gleich die Notfallnummer und gab dem Dienst habenden Arzt Bescheid.

Wir machten uns SOFORT auf den Weg.

Eine Viertelstunde vor Ankunft rief ich nochmals in der Klink an, damit alles für den Notfall bereit gemacht werden konnte – der Weg kam mir unendlich lange vor. 50 Minuten Fahrtzeit und Aramis war so tapfer. Außer einem tiefen Stöhnen ab und zu ließ er sich nichts anmerken. Seinen Kopf presste er fest auf meinen Arm.

Trotzdem wünschte ich mir die ganze Fahrt, dass man uns gleich sagen wird: „Ein Fehl-Alarm, alles in Ordnung!

In der Klinik wurde Aramis sofort geröngt und das sofortige, digitale Röntgenbild bestätigte den schrecklichen Verdacht: Magendrehung, komplett! Starke Aufgasung.

Aramis wurde sofort operiert. Er hatte großes Glück: es waren noch keine anderen Organe in Mitleidenschaft gezogen worden; keine Teile waren abgestorben. Bereits kurz nach der OP war er schon wieder voll wach!

Aramis ist dem Sensemann wohl gerade noch rechtzeitig von der Schippe gesprungen! Allerdings bedeutet eine gut überstandene OP noch lange nicht, dass ein Hund wirklich über dem Berg ist. Aramis hat plötzlich sechs Tage nach der OP akuten, starken Durchfall bekommen. Es war ein anstrengender Kampf!

Ich hoffe, dass dieser Bericht all jenen helfen kann, RECHZEITIG eine Magendrehung zu erkennen.
Wie man bei Aramis sieht, waren die Symptome eine ziemlich lange Zeit gar nicht so eindeutig, bevor es dann wirklich brenzelig wurde.

Aramis
.
« zurück

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: